Die CVP-Fraktion traf sich zur Vorbereitung der Aprilsession unter der Leitung von Fraktionspräsident Reto Crameri und in Anwesenheit der Regierungsräte Mario Cavigelli und Marcus Caduff in Vrin. Sie unterstützt die nächsten politischen Schritte für eine Verbindung zwischen Mals und Scuol, mehr Präsenz der Frauen im öffentlichen Raum und in der Führung der kantonalen Verwaltung und mehr Aufklärungsarbeit zu den Wildschäden im Wald. Hingegen lehnt sie eine Standesinitiative zur Einführung der Individualbesteuerung ab. Mit einer Anfrage setzt die CVP-Fraktion den Fokus auf den mit Corona nochmals beschleunigten Wandel im Arbeitsmarkt.

Kürzlich haben sich die Grossrätinnen und Grossräte der CVP in Vrin getroffen, um die Aprilsession des Grossen Rats vorzuberaten, welche zum grössten Teil aus der Beratung von parlamentarischen Vorstössen besteht. Zu Beginn wurden sie von Daniel Solèr begrüsst, der seit dem 1. Januar 2021 Gemeindepräsident der Gemeinde Lumnezia ist.

In Bezug auf die Covid-19-Pandemie und die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft nimmt die Fraktion zur Kenntnis, dass die Ausgestaltung der Härtefallmassnahmen für die betroffenen Branchen derzeit grossmehrheitlich funktioniert. So lehnt die Fraktion den SP-Auftrag betreffend Lösung für Geschäftsmieten während Corona ab, da diese ja Teil der Fixkosten und damit von den Härtefallentschädigungen erfasst sind. Gleichzeitig zeigt sich die Fraktion über die langfristigen Auswirkungen besorgt, welche je grösser und stärker werden, je länger die Krise andauert. Handlungsbedarf ortet die Fraktion im Bereich Weiterbildung. Denn die COVID-19 Pandemie wird zu einer Beschleunigung der bereits bestehenden Trends führen. So ist insbesondere mit einer Beschleunigung der Automatisierung und der Digitalisierung, aber auch mit einer Delokalisierung der Wissensarbeitsplätze zu rechnen. Als Folge davon ist von einem verstärkten Umbau der Arbeitsplatzangebote und von der Entstehung von neuen Berufsbildern auszugehen. Dies bedeutet eine Chance und gleichzeitig eine Gefahr für die Arbeitsplätze in Graubünden. Mit einer Anfrage will die CVP die verbesserte Unterstützung von lebenslangem Lernen für die Berufswelt der Zukunft auf die Agenda bringen und in einem ersten Schritt von der Regierung wissen, ob der Ausbau des heutigen Stipendienwesens sinn- und zweckvoll wäre, um dem raschen Wandel in der Arbeitswelt besser zu begegnen.

Die Fraktion der CVP lehnt einstimmig die Überweisung einer Standesinitiative zur Einführung der Individualbesteuerung ab. In Bundesbern sind mehrere Geschäfte zu dieser Thematik hängig. Insbesondere wird für Ende 2021 ein Bericht des Bundesrats mit einer breiten Auslegeordnung erwartet. „Für ein derart komplexes Thema ist eine Standesinitiative weder das richtige Instrument, noch ergibt sich für den Kanton eine besondere Betroffenheit, als dass genau dieser hierin aktiv werden müsste“, so die Ausführungen der WAK-Präsidentin Carmelia Maissen.

Gleich zwei Aufträge widmen sich der Stellung der Frau, im öffentlichen Raum zum einen, in der öffentlichen Verwaltung zum anderen. Die Fraktion der CVP unterstützt beide, d.h. den Auftrag Bigliel betreffend Förderung von weiblichen Strassennamen als auch den Auftrag

Hofmann im Sinne der Regierung betreffend Kader- und Führungspositionen in der Verwaltung des Kantons Graubünden.
Den Kommissionsauftrag der KJS betreffend Koordination der Immobilienstrategie des Kantons mit der Justizreform 3 unterstützt die Fraktion grossmehrheitlich im Sinne der Regierung. Sie erachtet es als wichtig, dass ein priorisierter Bezug des Staatsgebäudes durch das neue Obergericht in enger Abstimmung mit der Immobilienstrategie erfolgt und die Handlungsoptionen aus einer Gesamtschau beurteilt werden.

Ebenso unterstützt die Fraktion einstimmig die Überweisung des Auftrags Gasser betreffend jährliche Berichterstattung zur Wildschadensituation im Sinne der Regierung. Grossrat Reto Löpfe, der die Problematik als Gemeindepräsident der waldreichen Gemeinde Rhäzüns aus eigener Erfahrung kennt, führt aus: «Eine nachhaltige Entwicklung des Walds braucht ebenfalls eine bessere Aufklärung des Schadensmasses, welche die grossen Wildbestände im Wald verursachen.»

Einstimmig unterstützt die Fraktion die Überweisung des Auftrags Accola betreffend Verbindung Vinschgauerbahn – Rhätische Bahn im Sinne der Regierung. Es ist sinnvoll, dass in einem nächsten Schritt die wichtigste Voraussetzung, die Sicherstellung der Mitfinanzierung durch den Bund im Rahmen der Ausbauschrittes STEP 2040/45 sichergestellt wird.

Zum Abschluss konnte die Fraktion eine kleine Kulturführung durch das Dorf Vrin geniessen und Interessantes über die Verbindungen des Dorfes am Fuss des Diesrut in den Süden erfahren. Ermöglicht hat die Führung Grossratskollege Gian Derungs aus dem Nachbardorf Lumbrein.