Aufgrund der nachhaltig guten finanziellen Lage der Gebäudeversicherung sind Massnahmen zur Sen- kung der Einnahmen notwendig. Konkret wird ab 1.1.2022 für alle Gebäudeklassen eine Einheitsprämie eingeführt und die Grundprämie dafür auf 26 Rappen pro 1’000 Franken Versicherungskapital festgelegt. In der Grundprämie ist die Präventionsabgabe zur Finanzierung des Brandschutzes und des Feuerwehr- wesens mit 9 Rappen enthalten. Bisher betrugen die Grundprämien für die Gebäudeklasse A 28 Rappen und für die Gebäudeklasse B 48 Rappen. Die Gebäudeeigentümer profitieren somit von der schweizweit wohl tiefsten Versicherungsprämie. Mit der Teilrevision der Verordnung zum Gebäudeversicherungsge- setz hat die Regierung des Kantons Graubünden die rechtlichen Voraussetzungen dazu geschaffen.

Durch die Reduktion der Versicherungsprämie vermindern sich die jährlichen Einnahmen um rund 6.3 Millionen Franken. Dies entspricht einer Reduktion der Einnahmen der Grundprämie von rund 17.5 %. Berechnet auf die reine Versicherungsprämie sind es sogar rund 25 %.

Für die Einführung einer Einheitsprämie und damit für die Aufhebung der Gebäudeklasse B (“Holzbau”) spricht insbesondere, dass die Risikounterschiede zwischen den Gebäudeklassen bei Neu- und jüngeren Bauten minim sind. Moderne Holzbauten tragen gemäss baukundlichen Grundsätzen und Normen (Brandschutzvorschriften und SIA-Normen) kaum grössere Brand- und Naturgefahrenrisiken als Massiv- bauten. Der Prämienaufschlag im heutigen Umfang von 205 % für Gebäude der Gebäudeklasse B ist massiv zu hoch. Es steht dem Holzkanton Graubünden gut an Holzbauten gleich zu stellen wie Massiv- bauten. Auch soll eine obligatorische Monopolversicherung, welche jedes Gebäude im Sinne der umfas- senden Solidargemeinschaft versichern darf und muss, keine Unterschiede bei den Prämien machen.

Trotz der Prämiensenkung können Risiken wie Brienz/Brinzauls, Schäden wie in Bondo im Jahr 2017 oder ein Hochwasser wie im Jahr 2005 auch zukünftig dank guter Eigenkapitalbasis, Rückstellungen, Rückversicherungen und der Interkantonalen Risikogemeinschaft (IRG) ohne Prämienerhöhung getragen werden.

Die Elementarschadenkasse Graubünden reduziert die Abgaben um 65 % und verzichtet vorläufig gänzlich auf deren Erhebung

Nebst der Gebäudeversicherung Graubünden verfügt auch die Elementarschadenkasse Graubünden über eine äusserst solide finanzielle Basis und die gesetzlich festgelegte Höhe des Reservefonds wurde erreicht. Diese erlaubt es, die Abgaben ebenfalls zu reduzieren. Die Elementarschadenkasse verfügt über zwei Einnahmequellen:

  • –  Für überbaute Grundstücke beträgt die Abgabe 1 Rappen je 1’000 Franken der Gebäudeversiche- rungssumme der versicherten Gebäude und gebäudeähnlichen Objekte
  • –  Für nicht überbaute Grundstücke beträgt die Abgabe 1 Promille des Vermögenssteuerwertes. –
    Ab 1.1.2022 werden diese beiden Einnahmequellen wie folgt reduziert:
  • –  Für überbaute Grundstücke beträgt die Abgabe 0.5 Rappen je 1’000 Franken der Gebäudeversi- cherungssumme der versicherten Gebäude und gebäudeähnlichen Objekte
  • –  Für nicht überbaute Grundstücke beträgt die Abgabe 0.25 Promille des Vermögenssteuerwertes. Durch die Senkung der Abgaben reduzieren sich die Einnahmen der Elementarschadenkasse um rund 65 %. Diese Einnahmen reichen nicht mehr aus, um die durchschnittlichen Schäden zu decken. Dies ist angesichts der hohen Kapitalbasis und der damit verbundenen Erträge aus den Finanzanlagen, welche die operativen Verluste kompensieren können, momentan nicht notwendig. Die Regierung des Kantons Graubünden hat auf Antrag der Elementarschadenkasse beschlossen, auf die Abgabenerhebung zu ver- zichten, bis der Reservefonds auf mindestens 48 Millionen Franken abgebaut wird (Stand heute ca. 50.7 Mio.)