Eröffnung der “Italienischen Brücke” im Welschdörfli

Zur Entlastung des Verkehrs im Welschdörfli und der besseren und sicheren Durchwe- gung für den Fussgänger- und Veloverkehr (FVV) von und zur Altstadt, hat die Stadt Chur die alte Idee “Welschdörfli-Durchstich” mit der neuen “italienischen Brücke” nun reali- siert und am 28. Oktober 2020 eröffnet. Damit wird die Verkehrsproblematik im engen Welschdörfli durch eine Alternativverbindung entschärft.

Die Churer Altstadt mit dem Obertor hat Postkartencharakter. Aus diesem Grund wurden sehr hohe Anforderungen an die Gestaltung der Brücke gestellt. Das Resultat kann durchaus als In- genieurbaukunst bezeichnet werden und ist weitere eine baulich architektonische Sehenswür- digkeit der Stadt Chur.

Am 2. September 2019 wurden die Bauarbeiten für den Neubau der 77 m langen Rad- und Fussgängerbrücke über die Plessur gestartet. Mit der Erstellung der Rad- und Fussgängerbrü- cke wurde einerseits eine sichere und direkte Wegverbindung für Fussgänger und den Velover- kehr vom Obertor zum Welschdörfli und den dortigen Wohnquartieren geschaffen und anderer- seits kann der Verkehr im Welschdörfli entlastet werden. Die linienförmige Wegführung verleiht der Brücke eine Verspieltheit und der dreieckförmige Bogen eine Eleganz, welches sich als ge- samtes Bild in den Plessurraum und in die Umgebung gestalterisch integriert. Mit der sich sanft schlängelnder Wegführung und der filigranen, spielerisch erscheinenden Brückenkonstruktion konnte eine ausgezeichnete städtebauliche Integration der Brücke in den sensiblen Bereich des Gewässerraums der Plessur und die angrenzenden historischen Bauten und Anlagen erreicht werden. Insgesamt wurde für die Brücke 175 to Baustahl und 430 m3 Stahlbeton verarbeitet.

Eine besondere Herausforderung stellte – aufgrund der engen Platzverhältnissen – auch die Montage der einzelnen Grosselementen. Für die Montage von Stahlbauteilen wurde eigens eine Plattform über die Plessur erstellt und für die Montage der vorfabrizierten Brückenele- mente, der Fahrbahnelemente und der beiden Bogenteile fuhr ein 500 Tonnen Pneukran auf. Als optische Abrundung der Brücke wurde im Geländer der Brücke eine dimmbare LED-Be- leuchtung angebracht. Diese Beleuchtung wird abends zu einem Hingucker und durch die spe- zielle Beleuchtung wird im Wesentlichen nur die Brückenfahrbahn beleuchtet. Das nahegele- gene Hotel Chur und der Garten der Villa Brunnengarten bleiben dadurch praktisch unbeleuch- tet.

Die Gesamtkosten für die Rad- und Fussgängerbrücke betragen rund 2.90 Mio. Franken und werden durch die Beiträge Agglomerationsprogramm durch den Bund und mit Beiträgen von Seiten Kanton für den Fuss- und Veloverkehr (FVV) unterstützt und somit ergeben sich für die Stadt netto ca. 1.90 Mio. Franken.

Mit dieser neuen Rad- und Fussgängerbrücke ist die Stadt Chur um eine bauliche Attraktion rei- cher. Insgesamt wird ein städtebaulicher Mehrwert erreicht, dass bedeutet, neben der Erfüllung der verkehrstechnischen Anforderungen eine hohe Attraktivität unter anderem für Touristen so- wie eine weitere Visitenkarte für Chur.