Der diesjährige Landausflug des Gemeinderats nach Poschiavo bot neben geschichtlichen und kulinarischen Highlights auch einen ganz persönlichen Einblick in den Heimatort des Churer Gemeinderatspräsidenten Mario Cortesi.

Nach der morgendlichen Gemeinderatssitzung stiegen 20 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte mitsamt Stadtrat und dem neu amtierenden Stadtschreiber Marco Michel am Donnerstag, 2. September 2021, in das Postauto in Richtung Poschiavo, dem Heimatort des aktuellen Churer Gemeinderatspräsidenten Mario Cortesi. Bereits auf dem Weg dahin entfachte die Begeisterung Cortesis für das Puschlav und seine Bewohnerinnen und Bewohner. Jedes Eck des Südbündner Tals verbindet ihn mit persönlicher Geschichte. Und interessante Geschichten gibt es in Poschiavo viele. Die Gemeinde, welche im Sommer 1987 von Überschwemmungen und Murgängen heimgesucht und arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist heute ein gepflegt charmantes Dorf mit italienischem Flair. Davon durfte sich die politische Reisegruppe aus Chur auf einem kurzweiligen Rundgang überzeugen, bevor sie sich im Ratssaal „la Torr“ rege mit den lokalen Gemeindebehörden austauschte. Dort wurde unter anderem über die wohl grösste Problematik – die Abwanderung der Jungen aus dem Südtal – diskutiert. Etliche von ihnen zieht es nach der Oberstufe nach Chur. Dies wurde spätestens dann klar, als auf die Frage eines Churer Gemeinderates, wo denn die einheimischen Jugendlichen im Puschlav in den Ausgang gehen würden, die kurze Antwort folgte, dass die anwesenden Churerinnen und Churer dies fast besser wissen sollten, als die Kollegen aus dem Puschlav. Genächtigt wurde im Vecchio Monastero, einem liebevoll zum Hotel umgestalteten Kloster. Doch vor der Nachtruhe erhielten die Gäste bei einem, von der Gemeinde Poschiavo offerierten Apéro noch Einblick in den historischen Sybillen-Saal des Hotel Albrici, wo schon Prinzen, Dichter und berühmte Persönlichkeiten gespeist haben. Im Anschluss konnten sich die Gäste aus Chur im Restaurant des Hotels Croce Bianca von der hervorragenden einheimischen Küche überzeugen. Dank eines lokalen Agrar-Projekts, welches bis nach Chur reicht, werden in der Puschlaver Gastronomie möglichst viele einheimische Produkte verarbeitet. Und das schmeckt man.

Tags darauf ging die Reise von Poschiavo nach Sfazù und von dort nach Alp Camp, dem Ausgangsort für einen wunderbaren Rundgang vorbei am Lagh da Val Viola hinunter zum Lagh da Saoseo, einem azurblauen Bijou, welches drei mutige Ratsmitglieder sogar zu einem – wenn auch nur sehr kurzen – Bad anregte. Nach dem obligaten Gruppenfoto ging es weiter in Richtung Rifugio Saoseo. Unterwegs wurde die Wandergruppe mitten auf einer Waldlichtung von einem Apéro der Familie Cortesi überrascht und wanderte nach dieser Stärkung weiter. Nach den Pizzoccheri im Rifugio nahm die Gruppe den letzten Abschnitt unter die Füsse und wurde noch ein zweites Mal von der Familie Cortesi überrascht. Auf dem Alpsitz Mottacalva der Familie wurden die Gäste einmal mehr von der Puschlaver Gastfreundschaft überzeugt. Und auch hier durften die spannenden und heiteren Erinnerungen aus der Kindheit der Familie Cortesi im Val da Camp nicht fehlen. Dankbar dafür trat die Gruppe anschliessend die Heimreise nach Chur an.Kommunikation Stadt Chur