Die in der Februarsession 2020 beschlossene Teilrevision des Energiegesetzes des Kantons Graubünden ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Mit Folgen: sowohl für Neubauten als auch bei Sanierungen. Die Stadt Chur bereitet sich digital auf die Neuerungen vor.

Der Umfang der schlank gestalteten Teilrevision des Energiegesetzes, welche seit anfangs Januar dieses Jahres in Kraft ist, vermag zu trügen. Denn sie beabsichtigt den neusten energiepolitischen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen und damit den Co2-Ausstoss im Gebäudebereich zu senken sowie die Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern. Im Wesentlichen werden die gesetzlichen Anforderungen an den neusten Stand der Technik angepasst.

Wichtigste Änderungen für Neubau oder Sanierung

Die augenfälligste Neuerung für Neubauten ist die Pflicht zur Eigenstromerzeugung. Somit muss bei jedem Neubau in Graubünden eine Photovoltaik- oder ähnliche Eigenstrom-Anlage geplant und umgesetzt werden. Aus diesem Grund werden winterstromoptimierte Photovoltaik- Anlagen bei rechtzeitiger Beantragung vor Baubeginn kantonal unterstützt. Bei neuen Gebäuden wurden zudem die Anforderungen an die Wärmedämmung und -erzeugung erhöht. Bei Sanierungen gilt seit anfangs Jahr, dass die neue Anlage zur Wärmeerzeugung (Heizung) entweder mit 10 % erneuerbarer Energie betrieben wird, oder einen geringeren Verbrauch im gleichen Umfang aufweist. Aufgrund dieser Gesetzesänderung muss künftig jeder Heizungsersatz bei der Gemeinde gemeldet und die neu geplante Wärmeerzeugung entsprechend beantragt werden. Die Zuständigkeit der Umsetzung des Energiegesetzes liegt bei der Gemeinde.

Stadt Chur macht sich bereit und geht digital

Heizungssanierungen – respektive -ersatz – verursachen einen entsprechend erhöhten administrativen Aufwand für die Antragsteller. Die zuständige Stadträtin Sandra Maissen möchte mit einer digitalen Lösung Abhilfe schaffen. “Es ist unsere Absicht mit einer digitalen Lösung wesentliche Vereinfachungen zu erreichen”, so Maissen “und dies sowohl für die Gesuchsteller als auch für unsere interne Gesuchsbearbeitung.” Bereits heute sind alle nötigen Formalitäten auf der Website der Stadt verfügbar. Gemäss Sandra Maissen soll die Handhabung der künftigen, vollständig digitalen Lösung jedoch wesentlich schneller und unkomplizierter sein.